Für des Lebens schönste Zeit

"Wo hab' ich denn bloß meine Brille?"

Dieser Satz sagt mehr als der, der ihn ausspricht, sagen will. Deutlich zwischen den Zeilen steht: "Eigentlich will ich sie jetzt gar nicht tragen; ich brauch' sie auch nicht so oft. Nur beim Lesen geht's nicht mehr ohne. Man wird eben älter."

"Alterssichtigkeit" heißt die recht uncharmante Bezeichnung für diesen Grund, eine Brille zu tragen - oder "Presbyopie", falls Sie das gleich wissenschaftlich ausdrücken wollen. Wenn sich um die Mitte 40 erste Schwierigkeiten mit dem Kleingedruckten bemerkbar machen, ist heute kein Mensch alt, sondern in den schönsten Jahren des Lebens. In dieser Altersgruppe findet man die attraktivsten Frauen, die begehrtesten Junggesellen, die interessantesten und erfolgreichsten Persönlichkeiten - unter ihnen eine ganze Reihe begeisterter Contactlinsen-Träger, die nun mit ihren Einstärkengläsern nicht mehr auskommen.

Viele demonstrieren mit einer Halbbrille, dass sie ihre Presbyopie von der lustigen Seite nehmen. Unbestritten, es gibt vielen Menschen, je nach Modellwahl, auch eine intelektuelle Note, lenkt aber auf diese Weise die Aufmerksamkeit andauernd auf ihr altersbedingtes Sehproblem, besonders, wenn die Brille, leicht verbogen und als buntes Fertigmodell, mal eben vom Kaffeeladen mitgenommen, am Bändchen vor der Brust baumelt.

Gewiss jedoch gibt es Situationen, in denen Sie genau das nicht wollen.

Die Freiheit, so jung zu sein, wie Sie sich fühlen

Mehrstärken- oder Multifokal-Linsen können Ihnen - wie Gleitsichtgläser - von nah bis fern ein klares Bild vermitteln. Da jedoch Contactlinsen - im Gegensatz zu Brillengläsern - jede Augenbewegung mitmachen, brauchen Sie Ihre Kopfhaltung nicht nach den unterschiedlichen Korrektionszonen zu richten. Wenn Sie z.B. Ihre Zeitung studieren, ist es völlig gleichgültig, ob Sie das im Liegen tun und daher nach oben schauen, oder ob Sie das Blatt ausbreiten und sich in den Text der äußeren Spalten vertiefen. Mit Mehrstärken-Contactlinsen können Sie in jeder Blickrichtung lesen; mit Gleitsichtgläsern geht das nicht. Im oberen und seitlichen Blickfeld wird das Schriftbild unscharf. Da der Korrektionsbereich für die Nähe bei Zweitstärken- und Mehrstärken-Brillen üblicherweise im unteren Teil der Gläser liegt, treten während der Eingewöhnungszeit häufig Schwierigkeiten mit Treppenstufen auf. Wer Mehrstärken-Linsen trägt, bewegt sich von Anfang an so sicher und frei wie gewohnt. Das gleiche gilt natürlich auch beim Sport, wo Brillen ohnehin hinderlich sind.

Kann jeder, der möchte, Mehrstärken-Linsen tragen?

Solange nur wenige Contactlinsen-Hersteller nur wenige Typen von Zwei- und Mehrstärken-Linsen produzierten, waren die Möglichkeiten begrenzt. Die Contactlinse, die für jeden Menschen gleich gut geeignet ist, gibt es nicht und wird es nie geben. Erst durch die Vielfalt der Materialien und Systeme können die verschiedenartigsten Ansprüche erfüllt werden. Auf dem Gebiet der Mehrstärken-Linsen wurden gerade in letzter Zeit zahlreiche Konzepte entwickelt, die auf ganz neuen Erkenntnissen über das Zusammenwirken von Auge und Contactlinsen beruhen. Neue Möglichkeiten sind auch neue Chancen. Sollten Sie oder jemand aus dem Bekanntenkreis schon früher einmal ohne Erfolg versucht haben, mit Zweitstärken- oder Mehrstärken-Linsen zurecht zu kommen, dann haben Sie heute erheblich bessere Aussichten, dass wir die für Sie idealen Linsen finden und Ihnen zu Ihrer vollen Zufriedenheit anpassen können.

Nur für Zwischendurch!

Wer Mehrstärkenlinsen ergänzend tragen möchte, hat die Möglichkeit diese als Tages-, wochen- oder Monatslinse zu erwerben (siehe Austauschlinsen).

Einblick in verschiedene Systeme

  1. Alternierende segmentförmige Zweitstärken-Linsen
    Auf Ihrer Netzhaut erscheint nur ein Bild - entweder die Ferne oder die Nähe, daher der Begriff "alternierend".
    Wie beim Zweistärken-Brillenglas liegt das Nahsegment im unteren Teil der Linse. Bei gesenktem Blick schauen Sie durch diesen Nahzusatz und haben in der Nähe ein deutliches Bild. Wenn Sie hochschauen, fällt Ihr Blick durch den oberen Teil und Sie sehen in der Ferne klar. Das funktioniert aber nur, wenn sich die Linse nicht durch den Lidschlag auf dem Auge dreht. Darum wird der Sitz bei diesem Linsen-Typ stabilisiert - eine Besonderheit in der Formgebung macht's möglich.
     
  2. Simultane konzentrische Zweistärken-Linsen
    Konzentrisch bedeutet, dass die beiden unterschiedlichen Korrektionszonen kreisförmig angeordnet sind. Meist dient der Kreis in der Mitte der Sicht in die Ferne, und der gesamte äußere Ring enthält Ihre Korrektionswerte für die Nähe. Daher kann man auf jede Art der Stabilisierung verzichten. Wie sich die Linse auch dreht, sie sitzt immer richtig.
    Bei allen simultanen Systemen bildet sich ihr gesamtes Gesichtsfeld auf Ihrer Netzhaut ab. Simultan heißt, dort entstehen gleichzeitig mehrere Bilder unterschiedlicher Schärfe. Darüber brauchen Sie sich jedoch keine Gedanken zu machen. Ihr Gehirn wird damit von ganz allein fertig. Ohne, dass Sie sich dessen bewusst sind, nimmt es immer nur das schärfste Bild an. Die unscharfen Nebenbilder beachtet es gar nicht; sie werden Ihnen glatt unterschlagen und können Sie daher auch nicht stören.
     
  3. Mehrstärken-Linsen nach dem Prinzip der Gleitsichtgläser
    Hier verlaufen mehrere unterschiedliche Korrektionszonen ringförmig (konzentrisch) um den Kreis in der Mitte, der für die Ferne bestimmt ist. Die optischen Werte steigen stufenlos zum Rand hin an, so dass sie auch für die mittlere Distanz die Ihren Anforderungen entsprechende Wirkung haben und ebenfalls die richtige Stärke für die Nähe. All dieses spielt sich in einem Bereich auf der Contactlinse ab, der gerade so groß ist wir Ihre Pupille.
     
  4. Mehrstärken-Linsen der jüngsten Generation
    So unterschiedlich diese neuen Contactlinsen-Konzeptionen sind - einiges haben sie gemeinsam. Sie sind keine Miniatur-Brillengläser, d.h. sie lassen sich nicht mehr mit den bekannten optischen Funktionsweisen vergleichen und erklären. Auch diese Systeme bilden die Seheindrücke von nah bis fern gleichzeitig (simultan) und mit unterschiedlicher Schärfe auf der Netzhaut ab; aber sie haben keine in sich abgegrenzten optischen Zonen, die - je nachdem, ob man den Blick auf Lese-Distanz, auf mittlere oder weite Entfernung richtet - immer exakt vor der Pupille liegen müssen.

    Mit den neuen Systemen wird der Mehrstärken-Effekt auf ganz andere Weise erreicht: Er entsteht erst durch das Zusammenwirken von Contactlinse, Tränenfilm, Auge und Gehirn.
    Bei einigen Konzeptionen - man nennt sie "diffraktive Systeme" - besteht die Rückseite der Linse aus sehr vielen konzentrisch angeordneten Ringen in mikroskopisch feinen Abstufungen. Mit dem bloßen Auge kann man diese "Rillen" natürlich nicht sehen und man spürt sie auch nicht. Sie füllen sich mit Tränenflüssigkeit; beides zusammen erzeugt zusätzlich zur Lichtbrechung eine Lichtteilung. Die ursprünglich nur zwei Stärken enthaltende Linse bekommt Mehrstärken-Wirkung mit übertragender Tiefenschärfe.

    Eine andere, als "unifokal" bezeichnete Konzeption ist in ihrer Funktion mit dem Autofokus-System einer modernen Kamera vergleichbar. Die Schärfen-Einstellung richtet sich automatisch nach dem von Ihnen anvisierten Objekt. Wollte man diesen Contactlinsen-Typ unter rein physikalischen Gesichtspunkten beschreiben, dann hat er streng genommen nur eine Stärke. Dennoch sind die unifokalen Contactlinsen Mehrstärkenlinsen.

    Aus all diesen Contactlinsen-Systemen ergeben sich unendlich viele Möglichkeiten; sie lassen sich noch erweitern durch Kombinationen unterschiedlicher Linsen-Typen für das rechte und das linke Auge. Dass jeder, der möchte, Mehrstärken-Linsen tragen kann, können wir heute noch nicht versprechen. Einen Versuch sind die neuen Linsen-Systeme allemal wert. Und warum sollten ausgerechnet Sie zu den Ausnahmen zählen? Wir sagen Ihnen nach sorgfältiger optometrischer Prüfung, wie groß Ihre Erfolgs-Chancen sind. Sie gehen bei uns kein Risiko ein.

Entscheidend für den Erfolg mit Mehrstärken-Linsen:

Natürlich erfordert die Anpassung von Mehrstärken-Linsen sehr viel Erfahrung, eine moderne Spezial-Ausrüstung, eine große Auswahl an Messlinsen der verschiedenen Systeme und einen ständig aktualisierten Wissensstand auf internationalem Niveau. Den erarbeiten wir uns u.a. durch regelmäßige Teilnahme an den fachwissenschaftlichen Seminaren der Vereinigung Deutscher Contactlinsen-Spezialisten (VDC), deren Mitglied wir sind. Der Fortbildungsnachweis - die VDC-Urkunde - muss Jahr für Jahr aufs neue erworben werden.

Unsere optometrische Qualifikation bietet Ihnen zwar die besten Voraussetzungen, doch auch Sie haben Einfluss auf das Ergebnis.

Ihr Wunsch, die Vorteile der Mehrstärken-Linsen für sich zu entdecken, zeigt, dass Sie motiviert sind. Das ist sehr wichtig. Soweit es durch Messungen, Berechnungen und Erfahrungswerte möglich ist, ermitteln wir das für Sie am besten geeignete System. Die letzten Feinheiten jedoch ergeben sich erst durch die Praxis - im Tagesablauf bei Ihnen zu Hause. Sie tragen Ihre Mehrstärken-Linsen bei allen üblicherweise vorkommenden Tätigkeiten, nur das Autofahren bei Dunkelheit lassen Sie einstweilen aus; und dann berichten Sie uns, was Sie als angenehm empfunden haben und was Sie möglicherweise störte.

Aus Ihren Beobachtungen und unseren Messungen können wir zuverlässig erkennen, ob der Wechsel auf ein anderes System Ihren Ansprüchen noch besser gerecht wird. Selbstverständlich berechnen wir neben der Anpassgebühr nur das Linsenpaar, das Sie zufrieden stellt und das Sie behalten.

Sie sehen: Sie riskieren nichts, Sie müssen nur ein wenig Geduld aufbringen und die Bereitschaft zur Team-Arbeit mit uns. Auf das erfolgreiche Ergebnis können Sie dann ebenso stolz sein wie wir, denn Sie haben daran mitgewirkt.